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Ilse Heim-Winter (1912–1999)

Ilse Heim-Winter© Jüdisches Museum Berlin

Ilse Heim-Winter kam 1912 als Tochter des jüdischen Ehepaares Marie geb. Eisenberg und Felix Winter in Berlin zur Welt. Die Familie lebte in der Wilmersdorfer Landhausstraße 8. Der Vater starb, als Ilse 13 Jahre alt war.

Das eigenwillige Mädchen verließ 1928 mit 16 Jahren zum Leidwesen ihrer Mutter das Gymnasium und wurde kurz darauf am Max-Reinhardt-Seminar des Deutschen Theaters aufgenommen. Nach der Ausbildung zur Schauspielerin gastierte sie auf verschiedenen Bühnen in Breslau und Berlin, unter anderem am Theater am Schiffbauerdamm (heute: Berliner Ensemble) und an den Kammerspielen des Deutschen Theaters. Ein erster Höhepunkt war eine Rolle im Film „Mädchen in Uniform“ von 1931.

Ilse Winter verkehrte in Künstlerkreisen und war befreundet mit dem Schriftsteller Walter Mehring, dem Schauspieler und Regisseur Fritz Kortner und Felix Gasbarra, dem Chefdramaturgen der Piscator-Bühne. Nachdem sie während einer Tournee durch die Niederlande Anfang 1933 vom Reichstagsbrand erfahren hatte, kehrte sie nicht mehr nach Berlin zurück. 1934 zog sie zu Walter Mehring nach Paris, ab 1937 lebte sie in Basel. Da sie als Emigrantin ihren Beruf nicht mehr ausüben durfte, immatrikulierte sie sich an der Universität.

In Basel erreichte sie eine Flut verzweifelter Briefe von ihrer Mutter aus Berlin, die sich zunehmend an die Tochter klammerte. Ilse wollte helfen, reagierte aber nur zögernd. Erst Anfang 1942 vermittelte sie die Flucht der Mutter in die Schweiz. Die Rettungsaktion scheiterte, Marie Winter wurde „nach dem Osten“ deportiert und ermordet.

Im August 1943 schloss Ilse Winter die Ehe mit Alfred Heim, nachdem die Mutter zuvor vergeblich auf eine Heirat mit dem jüdischen Schweizer gedrängt hatte. Nach dem Krieg wurde Ilse Winter-Heim Journalistin. 1950 kam der Sohn Gabriel Felix zur Welt.

Sie starb 1999 in Zürich.

Diese Biografie wurde freundlicherweise bereit gestellt von Gabriel Heim

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