30. Januar 1933

Der Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft

Am 30. Januar 1933 ernannte der greise Reichspräsident Paul von Hindenburg nach langem Zögern Adolf Hitler zum Reichskanzler. Ein völlig legaler, verfassungskonformer Akt: Die Macht wurde dem Spitzenkandidaten der erfolgreichsten Partei übergeben – von einer selbstbestimmten „Machtergreifung“ konnte keine Rede sein. Eingerahmt von konservativen und nationalistischen Politikern und mit nur zwei Ministern der NSDAP schien der radikale Hitler gezähmt zu sein und unter Kontrolle der alten Eliten zu stehen, die weiterhin von Monarchie und autoritärem Ständestaat träumten. Wie falsch sie – und mit ihnen viele andere Zeitgenossen – lagen, sollten sie noch am selben Abend erfahren. mehr

Novemberpogrome 1938

Am 9. November 1938 schlägt das staatliche Handeln in brachiale Gewalt um. Seit 1933 hatten zahllose legislative und administrative Akte zur Diskriminierung, Entrechtung, Demütigung und Ausplünderung der jüdischen Minderheit in Deutschland bereits deren hart erkämpfte Emanzipation zunichte gemacht. Jetzt brechen sich mittelalterlich anmutende Akte der Gewalt und des Terrors Bahn. Nur Stunden, nachdem Goebbels den Befehl zum Losschlagen gab, brennen in ganz Deutschland Synagogen, werden Juden aus ihren Wohnungen gezerrt und in aller Öffentlichkeit misshandelt, Geschäfte geplündert und zerstört. Tagelang wüten die als „spontaner Volkszorn“ ausgegebenen Pogrome. mehr